ltere_Mitarbeiter_als_ErfolgsfaktorIm Laufe der nächsten Jahre werden die  geburtenstarken Jahrgänge nach und nach den Arbeitsmarkt verlassen. Mit einer weiterhin rückläufigen Geburtenrate in Deutschland werden immer weniger Arbeitskräfte nachrücken und die Bedarfslücke wird immer größer. Laut Enquete-Kommission „ Demographischer Wandel“ des Deutschen Bundestages muss bis zum Jahr 2020 der Anteil der Berufstätigen 60- bis 64jährigen um 70 Prozent steigen, um die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu erhalten.

Daher ist es für Unternehmen entscheidend, das Potenzial älterer Mitarbeiter für den Unternehmenserfolg zu erkennen und Rahmenbedingungen zu schaffen, um ältere Mitarbeiter so lange wie möglich im Unternehmen zu halten bzw. neu zu rekrutieren. Es ist an der Zeit, überholte Vorurteile über ältere Mitarbeiter über Bord zu werfen. Manpower Studien ergaben, dass folgende Bedenken Arbeitgeber davon abhalten, Mitarbeiter über 50 aktiv zu rekrutieren: höhere Erwartungen bezüglich Gehalt und Status, Gesundheitsrisiken, eingeschränkte Belastbarkeit und potenzielle Generationskonflikte mit jüngeren Mitarbeitern. Es lässt sich aber belegen, dass diese Einschätzungen eher Vorurteile als die Realität widerspiegeln. Vielmehr zeigt sich in der Praxis, dass die Flexibilität, Motivation und Produktivität älterer Mitarbeiter im hohen Maße von den Arbeitsbedingungen und den Weiterbildungsmöglichkeiten abhängen, die das Unternehmen älteren Mitarbeitern zur Verfügung stellen.

Darius_ZorrijassateiniManpower Professional im Gespräch mit Dr. Darius Zorrijassateini von Right Management, den Experten für Talent- und Karrieremanagement. 

MPP: Die Optimierung des Talentpools spielt vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung eine erfolgsentscheidende Rolle für Unternehmen. Worauf kommt es im Talentmanagement in der Praxis an?

DZ: Talent Management beschäftigt sich in erster Linie mit praktischen Lösungen zur Besetzung solcher Schlüsselpositionen sowie der gezielten Entwicklung von Mitarbeitern im Sinne einer Optimierung der Geschäftsziele. Unternehmen können sich heute nicht mehr allein auf Rekrutierungs-Strategien verlassen, so differenziert manche Auswahlverfahren auch sein mögen. Unverzichtbar ist darüber hinaus die Entwicklung und Flexibilisierung der bestehenden Belegschaft, um eine für alle Seiten zufriedenstellende Passung von Mitarbeitern und Unternehmen herzustellen. Schließlich zeichnen sich langjährige Mitarbeiter von Unternehmen häufig durch ein umfangreiches Maß an  Erfahrung und Wissen aus, auf die das Unternehmen nicht verzichten kann. Oder eben nur unter dem Preis eines hohen Einarbeitungsaufwands neuer Mitarbeiter.

MPP: Welche Aspekte spielen bei der Entwicklung der Talente eine besonders wichtige Rolle?

DZ: Das hängt von der Situation des Unternehmens ab und dem erforderlichen Mitarbeiter-Portfolio. In der aktuellen Aufschwungs-Phase kommt es mehr denn je darauf an, sogenannte Schlüsselpositionen möglichst rasch zu besetzen, um die Ausweitung der Geschäftsbasis eines Unternehmens zu unterstützen. Gleichzeitig sind die Budgets in vielen Personalabteilungen noch immer unter Druck, so dass man sich üppige Neueinstellungen nicht unbegrenzt leisten kann und will. Also gilt es, die bestehenden Mitarbeiter zielgerichtet zu entwickeln. Ausgangspunkt für eine solche Entwicklung ist zunächst eine saubere Bewertung der derzeitigen Fähigkeiten und Erwartungen von Mitarbeitern und der Abgleich mit dem Bedarf des Unternehmens. Auf der Grundlage kann eine strategische Karriereentwicklung erfolgen, die Arbeitnehmern und Arbeitgebern gleichermaßen nutzt.

MPP: Und wie funktioniert das in der Praxis?

Folgende Maßnahmen sind entscheidend, um den im Unternehmen vorhandenen Talentpool optimal aufzustellen.

  • Kompetenzanalyse. Eine genaue Bewertung der Mitarbeiterkompetenzen im Vergleich zu den Unternehmensanforderungen ist der Ausgangspunkt für eine Optimierung des Talentpools. Wenn die Fachkompetenzen, Soft Skills und das Entwicklungspotenzial der Mitarbeiter bekannt sind, können Mitarbeiter im Unternehmen so positioniert werden, dass ihre Fähigkeiten und Erfahrungen optimal genutzt werden können. Mitarbeiter mit entsprechendem Potenzial können gezielt für Positionen weiterqualifiziert werden, bei denen sich Engpässe abzeichnen.
  • Flexibilisierung des Talentpools. Eine flexible Mitarbeiterschaft ist entscheidend, um schnell auf die aktuellen Herausforderungen der  Arbeitswelt zu reagieren. Diese Flexibilität kann durch flexible Arbeitszeitmodelle und Arbeitsplatzrotationen gefördert werden. Die Beschäftigung von Zeitarbeitnehmern und das Outsourcing von Funktionen oder Projekten liefern wichtige Beiträge zur Flexibilisierung des Talentpools.

Tweets von Karsten Graf - Geschäftsführer

  • Aktuelles Stellenangebot: "Senior Consultant(m/w) Hamburg/Frankfurt" eingestellt: https://www.xing.com/jobs/900942
    Karsten Graf
    Dienstag, den 17. August 2010 um 08:09 Uhr
  • http://bit.ly/ctYSn4 Ist Deutschland attraktiv für internationale Talente??
    Karsten Graf
    Dienstag, den 20. Juli 2010 um 22:01 Uhr

Tweets von Jeff Joerres - CEO

  • Full Q4 Manpower Employment Outlook Survey results available here: http://ow.ly/2AtRu #MEOS #jobs
    Jeff Joerres
    about 9 hours ago
  • Only 5 of 36 countries & territories report negative hiring outlooks compared to 12 for same period last yr. 28 positive
    Jeff Joerres
    about 13 hours ago