08. Mai 2011
Posted in
Changing World of Work

“Was machen Sie eigentlich beruflich?” (Sie haben 30 Sekunden)
Können Sie sich, Ihr Produkt oder Ihren Service in 30 Sekunden verkaufen? Das sollten Sie, denn unter Umständen kriegen Sie nicht mehr Zeit, bevor Ihr Gegenüber abschaltet! Der sogenannte „Elevator Pitch“ ist eine Kurzpräsentation, die nicht länger dauert als die Fahrt in einem Fahrstuhl. Hier sind 5 Tipps wie Sie im Fahrstuhl, auf einer Party, vor dem Sprung aus einem Flugzeug oder vor dem höchsten Manager Ihrer Firma in weniger als einer Minute rüberbringen, was Sie besonders macht:
- Wie immer gilt: vorbereiten, vorbereiten, vorbereiten. Unterschätzen Sie nicht die Komplexität dieser wenigen Sätze. Ist es Ihnen schon einmal passiert, dass Sie sich bei einem Meeting kurz vorstellen mussten, gestresst waren und danach an all die Punkte dachten, die Sie hätten besser machen können? Bei 30 Sekunden muss jedes Wort sitzen. Schreiben Sie Ihren Pitch auf bevor Sie ihn halten, verwenden Sie ihn so oft wie möglich, feilen Sie an jedem Wort bis alles perfekt ist.
- Seien Sie authentisch, emotional, sprechen Sie in Bildern und bieten Sie Ihrem Gegenüber eine Wertschöpfung an.
- KISS: “Keep it simple”. Ob Sie nun der Jury des Nobelpreises, Ihrer Oma oder dem Papst erklären, was Sie machen - alle sollten es verstehen. Seien Sie klar, prägnant und leicht verständlich, vermeiden Sie Fachjargon (und Jobtitel).
- Decken Sie folgende Punkte ab: 1) Wer Sie sind, 2) womit Sie Ihre Brötchen verdienen, 3) für welche Firma Sie arbeiten und wofür diese steht, 4) was Sie, Ihr Produkt oder Ihren Service besonders macht und/ oder welches Problem es löst. Unter Umständen können Sie 5) mit einer Frage oder einem Aufruf enden.
- Passen Sie den Pitch Ihrem Gegenüber an. Wenn Sie wissen, was Ihrem Ansprechpartner wichtig ist, greifen Sie dieses Thema auf.
Beispiel:
“Mein Name ist Nils Holgersson und ich bin (sprechen Sie über Inhalte Ihres Jobs, nicht über den Titel). Ich arbeite bei ABC und was wir machen, ist Menschen/ Firmen zu helfen, zu DEF. Ich persönlich beschäftige mich vor allem mit G, H und I. Das Tolle an meinem Job ist, dass JKL. Pause. Was sind Ihre Erfahrungen mit GHI?”
Zusammenfassung:
Der “Elevevator Pitch” ist eine der effektivsten Präsentationstechniken die es gibt. Machen Sie ihn richtig und Sie werden vielleicht vom Fahrstuhl direkt in die Vorstandsetage geführt. Machen Sie es schlecht und Sie versinken wieder in Vergessenheit (schade, Sie waren doch sooo nah dran!)
Aufgabe:
Nehmen Sie nun 3 Minuten, einen Stift und ein Papier und skizzieren Sie den ersten Entwurf Ihres Pitches. Stecken Sie das Papier in Ihre Tasche. Ziehen Sie es die nächsten Tage immer wieder hervor und perfektionieren Sie Ihre Präsentation.
Über den AutorJörg Stegemann, Director bei Experis Finance & Banking (Manpower Professional) in Paris, arbeitet seit 2001 in der spezialisierten Personaldienstleistung und –beratung und war in dieser Zeit für drei große Unternehmensgruppen tätig. In den letzten Jahren arbeitete er europaweit. In seiner Karriere hat er mehrere Hundert Menschen in neue Anstellungen vermittelt und Tausende Kandidaten beraten. Neben seiner Tätigkeit in der ManpowerGroup bloggt Jörg Stegemann auf www.MyJobThoughts.com zu den Themen Karriere und Management. |




Kommentare
Danke für Ihren Kommentar.
Alternativ zum Wort Elevator Pitch fällt mir nur ein “Verkaufsgesprä ch für den Fahrstuhl” oder “Aufzugspräsent ation” und das wollte ich meinen Lesern nicht zumuten. Das Wort “Elevator Pitch” ist so gebräuchlich wie andere Anglizismen, die in den deutschen Wortschatz eingegangen sind wie z.B. Manager oder Laptop.
Für den falsch geschriebenen Papst entschuldige ich mich und habe dies korrigiert.
Viele Grüße
Jörg Stegemann (dies ist mein richtiger Name)
Alle Kommentare dieses Beitrages als RSS-Feed.