Um die Auswirkungen des Talentmangels auf den globalen Arbeitsmarkt zu erfassen, befragte die ManpowerGroup knapp 40.000 Arbeitgeber in 39 Ländern im ersten Quartal 2011. Der jährlich durchgeführte Talent Shortage Survey ermittelt die Positionen, die weltweit besonders schwer zu besetzen sind.

DIFFICULTY_FILLING_JOBS_BY_COUNTRY

Deutschland spürt den Fachkräftemangel deutlich stärker als im Vorjahr.

Bereits 40 Prozent der befragten Arbeitgeber in Deutschland haben Schwierigkeiten, offene Positionen zu besetzen. Das sind 11 Prozent mehr als bei der Erhebung in 2010. Damit zählt Deutschland zu den vier Ländern mit dem stärksten Anstieg im Talentmangel. Weltweit nennen 34 Prozent der Arbeitgeber Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Positionen. Dies entspricht einem globalen Aufwärtstrend von drei Prozent. Bemerkenswerte regionale Abweichungen wurden sichtbar:


MOVEMENT_ACROSS_THE_LARGEST_GLOBAL_ECONOMIESLänder mit dem stärksten Anstieg im Talentmangel im Vergleich zu 2010

  • Indien: +51% (von 16% auf 67%):
  • USA: +38% (von 14% auf 52%)
  • China: +38% (von 24% auf 40%)
  • Deutschland: +11% (von 29% auf 40%)

Länder mit dem stärksten Talentmangel

  • Japan: 80%
  • Indien: 67%  
  • Brasilien: 57%

Länder mit dem geringsten Talentmangel:

  • Norwegen: 9%
  • Irland: 5%
  • Polen: 4%

 

Ganz oben auf der Wunschliste: Handwerker, Ingenieure und Techniker

 

Die größten Schwierigkeiten melden Arbeitgeber deutschlandweit bei der Suche nach Handwerkern, Ingenieuren, Technikern und IT-Spezialisten. Auch Mitarbeiter für Büro- und Assistenzaufgaben werden dringend gesucht. Dies sind die Top 10 der am schwersten zu besetzenden Positionen in Deutschland: 

Platz  1  Handwerker 
Platz  2  Ingenieure
Platz  3  Techniker
Platz  4  IT-Spezialisten
Platz  5  Mitarbeiter für Büro- und Assistenzaufgaben
Platz  6  Außendienstmitarbeiter
Platz  7  Manager
Platz  8  Köche 
Platz  9  Ärzte
Platz 10 Vertriebsmanager

Die Top 10 der meist gesuchten Positionen im Ländervergleich finden Sie hier.

Was macht das Finden passender Talente so schwierig?

Arbeitgeber in Europa, Middle East und Africa (EMEA) geben folgende Gründe an für die Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Positionen.

  • Mangelnde Berufserfahrung der Kandidaten (28%)
  • Mangelnde technische Kompetenzen (“hard skills”)  (27%)
  • Allgemeiner Bewerbermangel im Arbeitsmarkt  (26%)
  • Mangelnde betriebswirtschaftliche Kenntnisse  (18%)
  • Mangelnde zwischenmenschliche Kompetenzen (“soft skills”) (9%)
  • Zu hohe Gehaltsvorstellungen (8%)
  • Nicht passende Werte und Mentalität  (7%)
  • Nicht passende Persönlichkeit und Intelligenz (4%)

Wie lässt sich der Talentmangel überwinden?

Folgende Strategien nutzen Arbeitgeber in EMEA, um die Schwierigkeiten bei der Besetzung von Positionen zu überwinden:

  • Zusätzliche Ausbildung und Weiterentwicklung der bestehenden Mitarbeiter (19%)
  • Ausweitung der Kandidatensuche außerhalb ihrer Region (13%)
  • Veränderung der Rekrutierungs- und Personalmarketingstrategien (13%)
  • Einstellung von Kandidaten ohne passgenaue Qualifikation aber mit Entwicklungspotenzial (13%)
  • Stärkere Fokussierung auf Mitarbeiterbindung (10%)
  • Zusammenarbeit mit Bildungsträgern, um Studienpläne den Qualifikationslücken anzupassen (9%)
  • Erhöhung der Gehälter (4%)
  • Ausweitung der Kandidatensuche außerhalb des Landes (4%)
  • Aufzeigen klarer Entwicklungsperspektiven im Rekrutierungsprozess (4%)

„Um die Herausforderungen des Fachkräftemangels meistern zu können, benötigen Arbeitgeber effektive Personalstrategien. Wem es gelingt, die richtigen Talente zu gewinnen, wird im Wettbewerb bestehen. Das Human Age ist angebrochen. Der Mensch mit seinen Talenten steht im Mittelpunkt“, so Vera Calasan, Geschäftsführerin der ManpowerGroup Deutschland. „Passgenaue Weiter- und Umqualifizierungen, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie flexible Beschäftigungsformen“ zählen für Calasan zu den Lösungsansätzen.

Die ManpowerGroup ist weltweit einer der führenden Anbieter innovativer Human-Resources-Lösungen. Das Unternehmen ist an über 4.000 Standorten in 82 Ländern präsent. Mit den Tätigkeitsfeldern Arbeitnehmerüberlassung, Personalvermittlung, Recruitment Process Outsourcing (RPO) und Managed Service Provider (MSP) erwirtschaftete die ManpowerGroup Deutschland 2010 einen Umsatz von 596 Millionen Euro. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen an rund 200 Niederlassungen mehr als 22.000 Mitarbeiter.

Lesen Sie hier die Studie "Talent Shortage Survey 2011"




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