Prof. Dr. Wolfgang Jäger und Consultant Stefan Meser präsentierten ihre Studienergebnisse zum Thema Recruiting durch Business Netzwerke, soziale Netzwerke, Micro-Blogs sowie zum Mobile Recruiting auf der Arbeitskreissitzung E-Recruiting vom eco-Verband in der Siemens AG in München.
Der Arbeitskreis E-Recruiting vom eco-Verband traf sich am 15. April in München zum Austausch über die neuesten Entwicklungen im E-Recruiting. Zahlreiche Unternehmensvertreter und HR-Verantwortliche waren zu der Veranstaltung gekommen. Dies sah Michael Weideneder, Leiter des Arbeitskreises E-Recruiting und Geschäftsführer von stellenanzeigen.de als klares Zeichen, 


„… dass Social Media ein Thema ist,
das die Unternehmen bewegt.“
 


Gastgeber Dr. Hans-Christoph Kürn, Leiter E-Recruiting bei der Siemens AG, begrüßte die Teilnehmer sehr herzlich in den Räumen der Siemens AG in München. Fotos der Veranstaltung sind unter http://www.facebook.com/careerSiemens zu sehen.
 
 
Welche Chancen und Perspektiven bietet das Mobile E-Recruiting?
 
Prof. Dr. Jäger, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Rhein/Main, präsentierte aktuelle Ergebnisse seiner empirischen Studie zur Bewerberansprache über mobile Endgeräte. Auch wenn die breite Nutzung mobiler Endgeräte im Recruiting zur Zeit noch in den Kinderschuhen steckt, sprechen nach Jäger alle Anzeichen dafür, dass sich dies in den kommenden drei bis fünf Jahren grundlegend ändern wird.
 


„Das mobile Internet wird im Recruiting eine noch höhere Bedeutung haben
als das Thema Social Media“.

 
Aktuell empfiehlt Jäger ein Engagement im Bereich Mobile Recruiting vor allem für solche Unternehmen, die sich im Bewerbermarkt als Innovationsführer positionieren und zudem technikaffine und junge Bewerberzielgruppen ansprechen möchten. Diese Unternehmen sollten frühzeitig mit dem Aufbau entsprechender Kompetenzen in den Personalabteilungen beginnen. Das Forschungsprojekt „ReMoMedia – Recruiting in the Mobile Media“ liefert wichtige Anhaltspunkte, die bei der Einführung von mobilen Medien zur Personalbeschaffung zu beachten sind. (www.remomedia.de)
 
Wie präsent sind die Dax-30-Unternehmen im HR-Bereich in Social Media?
 
Christian Meser, Consultant bei der DJM Consulting GmbH, konnte große Präsenzunterschiede der Unternehmen auf den einzelnen Plattformen feststellen (Erhebung im Januar 2010).
 
Facebook

  • 26 von 30 Unternehmen haben eine Gruppe mit HR-Bezug
  • 10 von 30 Unternehmen besitzen darüber hinaus eine „Fanseite“

Xing

  • 22 von 30 Unternehmen haben mindestens eine Gruppe mit HR-Bezug
  • 3 von 30 Unternehmen haben ein „gepflegtes“ Firmenprofil
  • 8 von 30 Unternehmen waren nicht aktiv auf Xing

HR-Website

  • 21 von 30 Unternehmen haben Web 2.0-Komponenten auf ihrer HR Website
  • 16 von 30 Unternehmen stellen Podcasts zur Verfügung
  • 6 von 30 Unternehmen bieten Social-Bookmarking an
  • 4 von 30 Unternehmen bieten HR-News und Stellenanzeigen per RSS-Feed an
  • 2 von 30  Unternehmen haben einen HR-Blog

Youtube

  • 13 von 30 Unternehmen haben Videos mit HR-Bezug auf der Plattform
  • 6 von 30 Unternehmen haben einen eigenen HR-Youtube-Kanal

Twitter

  • 11 von 30 Unternehmen haben einen Twitter-Account mit HR-Bezug

LinkedIn

  • Sehr gering auf deutschem Markt vertreten
  • 23 von 30 Unternehmen hatten international eine Gruppe mit HR-Bezug
  • 25 von 30 Unternehmen hatten international ein Firmenprofil


Nicht immer wird von der HR Website auf die Social Media-Aktivitäten verlinkt, wie Christian Meser feststellte. Hier werde Potenzial von Social Media verschenkt.
 
„Um die Hebelwirkung von Social Media für das
Employer Branding, Candidate Relationship Management und Recruiting
optimal zu nutzen, sollte die HR Website
die zentrale Anlaufstelle für sämtliche Social Media Aktivitäten mit HR Bezug sein.“
 
 
Bei Social Media gehe es nicht darum, einfach Botschaften ins Netz zu stellen, wie z.B. offene Positionen zu veröffentlichen. Vielmehr geht es nach Meser um eine neue Form der Kommunikation mit potenziellen Mitarbeitern, es müsse ein aktiver Dialog mit den Zielgruppen hergestellt werden. Drei Aspekte seien zentral, um Social Media in der Personalkommunikation zu leben:
 

  • Zuhören
  • Beziehungen aufbauen
  • Teilnehmen lassen
     


Aus der Präsenz der Unternehmen auf den einzelnen Portalen wurde ein Gesamtwert „HR Präsenz in Social Media“ ermittelt und ein Gesamtranking der DAX-30-Unternehmen erstellt. In der Gesamtbewertung schafften es folgende Unternehmen auf die Top 10:
 
 

Rang Unternehmen Gesamtergebnis
 

  1. Deutsche Telekom 70,4 %
  2. Siemens 65,3 % 
  3. Allianz 61,9 %
  4. Daimler 61,8 %
  5. Deutsche Bank 53,2 %
  6. Bayer 44 %
  7. BASF 41,1 %
  8. SAP 40,4 %
  9. Deutsche Lufthansa 38,8 %
  10. Deutsche Post 36,5 %

 
 
Nach einer intensiven Diskussion, in der die Teilnehmer eigene Erfahrungen mit Social Media im Recruiting einbrachten, zieht Michael Weideneder folgendes Fazit:


„Das Kommunikationsverhalten hat sich in den letzten Jahren drastisch gewandelt.
Man sollte sich jetzt auf diese neuen Kommunikationsformen einlassen,
um auch in 5-10 Jahren weiterhin erfolgreich im Recruiting zu sein“.

Die Präsentationen zu den Vorträgen von Prof. Dr. Jäger und Christian Meser finden Sie unter unter http://www.eco.de/arbeitskreise/1783.htm




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